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Die Kaliminen
Geschichte des Kalibergbaues
Anfang
des zwanzigsten Jahrhunderts ist man im Elsass und in Deutschland auf ein Kalilager
gestossen. Seither wird Kali bergmännisch abgebaut.
Kalilager
Die elsässischen Kalilager
sind seit 2002 ausgebeutet. Im Elsass findet seither keine Kaliproduktion mehr
statt. In der Schweiz beziehen wir seither die Kaliprodukte aus Deutschland.
Abbau unter Tag
In den deutschen Kaliminen gibt
es noch den Abbau durch Pfeiler und Kammern, dabei wird das Rohsalz mit Hilfe
von Sprengstoff losgesprengt. Bohrer und Schrämmaschinen bereiten das Gestein für
die Sprengladungen vor. Nach dem Sprengen laden riesige Bagger von 8 t
Ladekapazität das Gestein auf und transportieren es zu den Förderbändern, und
auf diese Weise gelangt es in die Förderschächte. Pfeiler von 4 x 4 m stützen
die Decke während des Abbaus.
Transport des Rohsalzes
Der Transport des abgebauten Rohsalzes
zum Förderschacht erfolgt unter Tag ausschliesslich mittels Förderbandsystem,
welches eine Leistung von bis zu 1'000 t/h aufweist, um das Rohsalz schliesslich
zu den Silos beim Förderschacht zu führen. Für die Förderung des Rohsalzes
aus den mehr als 700 m unter der Erdoberfläche liegenden Silos sind die
Kaliwerke mit sog. "Skips" (Förderkörbe) ausgerüstet, welche ein
Fassungsvermögen von bis zu 30 t haben. Die Förderkörbe fahren mit einer
Geschwindigkeit von 16 m/Sek. (was ca. 60 km/h entspricht) im Förderschacht auf
und ab.
Aufbereitung der Kalirohsalze über Tag
Das in den elsässischen Kaliwerken
abgebaute Kalirohsalz wird als Sylvinit bezeichnet und setzt sich zusammen aus:
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Ziel der Aufbereitung ist es, die eng
mit den anderen Bestandteilen verwachsenen Kaliumchloridkristalle abzutrennen
und zu sammeln, was im Endeffekt ein 60%iges Kalisalz ergibt.
Folgende drei Aufbereitungsverfahren werden angewendet:
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Thermisches Verfahren
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Das
thermische Verfahren
stützt sich auf die unterschiedliche Warmlöslichkeit zwischen Kalium- und
Natriumchlorid.
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Das gemahlene Sylvinit wird in ein
Auflösebecken geführt, welches mit kalten, Natrium- und Kaliumchlorid gesättigten
Wasser (Mutterlauge) gefüllt ist und auf über 100 °C erwärmt wird. Das
Kaliumchlorid löst sich dabei auf, das Natriumchlorid und die unlöslichen
Bestandteile indessen nicht und werden ausgeschieden. Danach wird die Salzlösung
gekühlt, so dass das Kaliumchlorid wieder kristallisiert. Die Mutterlauge
wird in grossen Zentrifugen aufgefangen und das Kaliumchlorid in Trommelöfen
getrocknet. Das auf diese Art erzeugte Kaliumchlorid ist weiss. Die Rückstände
der Auflösung (Natriumchlorid und unlösliche Bestandteile) werden zu einem
Teil als Streusalz verwendet, ein Teil wird auf Halden geschüttet und der
Rest dieses Salzes wird aufgelöst und in den Rhein geführt. Die unlöslichen
Bestandteile werden auf Halden gelagert.
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Flotationsverfahren
Beim
Flotationsverfahren wird
vorerst das aus dem Abbau kommende, auf 5 mm Durchmesser zerkleinerte Rohsalz
mit einer salzgesättigten Trägerlauge (Mutterlauge) vermischt und nass so
fein gemahlen und gesiebt, bis die einzelnen Minerale als Körner von ca. 1 -
1,2 mm Durchmesser vorliegen. In Überlaufbecken fliessen hernach die Schlamm-
und Tonteilchen mit der überlaufenden Trägerlauge oberflächlich ab, während
die schwereren Kochsalz- und Kaliumchloridkristalle auf den Boden der Becken
absinken. Während das überlaufende "Schlammwasser" nach der
Reinigung wieder in die Fabrikation zurückfliesst, durchläuft der
Kochsalz-Kaliumchloridbrei eine zusätzliche Waschanlage, in der alle weiteren
Tonteilchen, die den Flotationsprozess behindern könnten, vollends
weggewaschen werden. Der praktisch tonfreie Kristallbrei wird unter
Beimischung von gezielt wirkenden Reagenzien den Flotationszellen zugeleitet.
Die als eigentliche Sammelreagenzien zu bezeichnenden Fettamine haften nur an
den KCl-Kristallen und überziehen diese mit einem hauchdünnen Film, so dass
sie waserabstossend wirken. Beim Einblasen von Luft in die Flotationszellen
haften die Luftbläschen selektiv nur an den "Fettkristallen" und
bilden nach dem Aufsteigen in der Flotationsbrühe auf der Flüssigkeitsoberfläche
einen mit Kaliumchlorid beladenen, rötlichen Schaum, der mechanisch
abgestreift wird. Während die Salzlauge in den Flotationskreislauf zurückströmt,
werden die Kalisalzkristalle in grossen Trommelöfen vollends getrocknet und
mit einem Antibackmittel versehen, zur Abkühlung in die Lagerhallen geleitet,
oder dem Granulierwerk zugeführt. Das so erzeugte Kaliumchlorid ist rosarot.
Wie beim Abbau unter Tag sind auch die zum Teil recht komplizierten Arbeitsabläufe
der gesamten Flotationsanlage weitgehend automatisiert und werden von einer
zentralen Stelle aus ferngesteuert.
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Elektrostatisches Verfahren
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Das
elektrostatische Verfahren
wurde in den achtziger Jahren von der Kali und Salz AG in Kassel (D)
entwickelt. Das Rohsalz wird fein gemahlen mit gezielt wirkenden Reagenzien
behandelt und durch ein Hochspannungsfeld einem Fallscheider zugeführt, der das
Kochsalz und Kalisalz trennt. Dieses Trockentrennverfahren hilft nicht nur
Energie sparen, sondern vereinfacht auch den ganzen Arbeitsprozess.
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Kalivorräte in der Welt
Heute erreicht die Weltgesamtproduktion
an Kali 24 Mio. t Reinkali (K2O) pro Jahr. Die wichtigsten Produzenten sind:
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Westeuropa mit der Bundesrepublik, Spanien
England,
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Osteuropa mit
Russland und Weissrussland
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Nordamerika mit Kanada und den Vereinigten Staaten,
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Israel
und Jordanien
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Brasilien
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China.
Die
grossen Kalivorräte in Europa und anderen Weltregionen erlauben, die Landwirtschaft
auf Jahrhunderte hinaus mit diesem wichtigen Nährstoff zu versorgen.
Rolle des Kalis in der Landwirtschaft
Neben Stickstoff und Phosphor ist Kali
ein für das Leben und Wachstum der Pflanzen unentbehrlicher Nährstoff. Er
spielt vor allem eine wichtige Rolle in der Zucker- und Stärkesynthese. Er
bringt nicht nur die Stickstoffdüngung voll zur Geltung, er ist auch eine
Versicherung gegen Frost, Dürre, Krankheiten und Lagerfrucht. Dank seiner
physiologischen Rolle hat Kali auch einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität
der Produkte.
Kali und Magnesium, zwei Produkte unserer Erde, zum Nutzen
Ihrer Böden.
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